Größe Photovoltaikanlage im Kreis Paderborn

Altenbeken-Buke. 70 Stehlen hatten die Männer an der Ramme bereits im Boden versenkt, bevor die Herren in den Anzügen zum Spatenstich ansetzten. Gestern begannen im im Industriegebiet Buke die Arbeiten für die größte freistehende Photovoltaik-Anlage im Kreis Paderborn. Die Module sollen Energie für rund 650 Haushalte liefern.


Die Energiegenossenschaft Paderborner Land lässt auf einer mehr als 40.000 Quadratmeter großen Freifläche am Ortsrand Bukes die Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von bis zu 2,7 Megawatt errichten. Zum offiziellen Startschuss nahe der Schwaneyer Straße, der Landstraße 828, lobte Altenbekens Bürgermeister Hans Jürgen Wessels das „notwendige Engagement, das wir als Gemeinde immer unterstützt haben“.


Die Energiegenossenschaft hatte den Bau der Anlage schon vor der Katastrophe von Fukushima und dem deutschen Atomausstieg geplant. „Damit gehen wir unser größtes Projekt an“, sagte Heinz Sonntag, Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft. Das Investitionsvolumen betrage fünf Millionen Euro, davon seien 750.000 Euro aus Eigenkapital. Mit der Anlage wollen die Verantwortlichen mehr als 2.105 Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr einsparen.
„Wir planen“, sagte Altenbekens Bürgermeister Wessels auf Nachfrage der Neuen Westfälischen, „bis zum Jahresende 80 Prozent des Strombedarfs in der Gemeinde durch regenerative Energien zu decken.“ Zwischen den 97 Modulreihen soll eine Schafherde den Rasen des Grundstücks kurz halten, auf dem wegen der Hanglage keine normale Gewerbeansiedlung im Hochbau möglich ist – im Gegensatz zu Photovoltaik-Anlagen größerer Dimensionen.


Die Firma Klein Neue Energien rammt bis zum 23. September – dann sollen alle Solartische gen Himmel zeigen – täglich 200 Stehlen einen Meter und zwanzig Zentimeter tief in die harte, steinige Erde. „Wir müssen die 14.070 Module rund 15 Grad nach Osten drehen“, sagte Projektleiter Michael Langenströer, „sonst hätten wir eventuell Autofahrer auf der L 828 geblendet“.


Die Menschen in der Eggegemeinde sollten von dem Projekt profitieren, so Genossenschaftsvorstand Sonntag. Er sprach von einer „Bürger-Solaranlage“. Vorteil des Genossenschaftsgedankens sei es, dass sich die Interessenten über Anteile einkaufen könnten. Wer Anteile zeichne, dürfe eine Rendite von 4 bis 4,5 Prozent erwarten. Jeder habe die Möglichkeit, sich an der Energiewende zu beteiligen. „Nach Japan sieht die Welt anders aus“, sagte Sonntag. „Plötzlich sieht man diese Anlagen mit ganz anderen Augen.“
Foto: Symbolischer Spatenstich: Karl-Heinz Rawert (l.), Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstandmitglied der Energiegenossenschaft Paderborner Land, erfährt zusammen mit seinem Vorstandskollegen Heinz Sonntag die Härte des ländlichen Erdreichs. Hinter den Vertretern aus Wirtschaft und Politik steht der erste Solartisch.

 

FOTO: REINHARD ROHLF
Artikel: Neue Westfälische / Paderborn (Kreis), Freitag 19. August 2011


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